Amazon-Inkasso-Drohung ist ein Virus!

Derzeit gehen wieder einmal Virus-Mails im Namen von Amazon in Form einer Amazon-Inkasso-Drohung durch die E-Mail-Postfächer. Seien Sie also vorsichtig, wenn Ihnen mit der Einschaltung eines Inkasso-Unternehmens gedroht wird, weil Sie angeblich eine Rechnung nicht bezahlt haben.

– – – Amazon ist nicht der Auftraggeber oder Versender dieser Virus-Mails. Sie werden von Betrüger versendet, die den guten Namen des Unternehmens für ihre Zwecke missbrauchen. – – –

Amazon-Inkasso-Drohung (Sceenshot: Gmx-App)

Amazon-Inkasso-Drohung (Sceenshot: Gmx-App)

Haben Sie vergessen, eine Rechnung zu bezahlen?

In all der Hektik des Alltags kann es immer mal passieren, dass man vergisst, eine Rechnung zu zahlen. Wenn dann plötzlich ein Schreiben ins Haus flattert, in dem es heißt, wenn man nicht direkt bezahlen würde, würde ein Inkasso-Unternehmen eingeschaltet werden, überkommt die meisten Menschen absolute Panik.

Sollten Sie eine derartige E-Mail von Amazon (oder eines anderen Unternehmens) im Postfach haben, gilt es erst einmal, Ruhe zu bewahren. Nicht immer sind diese Schreiben echt. So, wie in diesem Fall.

Der E-Mail ist außerdem ein Anhang beigefügt, den Sie anklicken sollen, um mehr zu erfahren. Tun Sie das auf keinen Fall, denn damit landen Sie sich einen Virus auf Ihren Rechner!

Die Daten dieser Mail:
Betreff: [Ihr Name] Ihre Abrechnung 621629595
Absender: Rechtsanwalt Amazon GmbH <inkasso@ebay.de>
Leitet zu: .zip-Anhang

So (oder so ähnlich) lautet die Amazon-Inkasso-Drohung:

Sehr geehrte(r) [Ihr Name],

bedauerlicherweise mussten wir feststellen, dass die Zahlungserinnerung Nr. 621629595 bis jetzt ohne Reaktion Ihrerseits blieb. Nun gewähren wir Ihnen damit letztmalig die Möglichkeit, den gedeckten Betrag der Firma Amazon GmbH zu begleichen.

Aufgrund des andauernden Zahlungsausstands sind Sie dabei, die durch unsere Inanspruchnahme entstandene Gebühren von 53,72 Euro zu bezahlen. Bei Rückfragen oder Unklarheiten erwarten wir eine Kontaktaufnahme innerhalb von 24 Stunden. Um weitete Mahnkosten zu vermeiden, bitten wir Sie den fälligen Betrag auf unser Konto zu überweisen. Berücksichtigt wurden alle Zahlungseingänge bis zum 2405.2017.

Vertragsdaten:
[Ihr Name]
[Ihre Adresse]
[Ihre PLZ und Ort]

Überweisen Sie den fälligen Betrag unter Angaben der Artikelnummer so rechtzeitig, dass dieser spätestens zum 04.05.2017 auf unserem Bankkonto eingeht. Können wird bis zum genannten Datum keine Zahlung einsehen, sind wir gezwungen unsere Forderung an ein Inkassounternehmen zu übergeben. Alle damit verbundenen Zusatzkosten werden Sie tragen müssen.

Eine vollständige Kostenaufstellung Nummer 621629595, der Sie alle Positionen entnehmen können, fügen wir bei.

Mit besten Grüßen

Rechtsanwalt Christian Halder

Öffnen Sie auf keinen Fall den Anhang dieser E-Mail!

Wir verstehen, dass Sie wissen möchten, was genau Ihnen vorgeworfen wird – und genau darauf bauen die Betrüger eben. Klicken Sie den Anhang der Amazon-Inkasso-Drohung auf keinen Fall an, denn diese E-Mail ist ein Fake! Der E-Mail-Anhang ist verseucht und sorgt dafür, dass Sie keine Aufstellung der angeblich unbezahlten Artikel zu sehen bekommen, sondern Ihren Rechner mit einem Virus oder Trojaner bestücken. Diese zerstören Ihr System, sperren es und erpressen Sie, spähen Ihre Daten aus oder zerstören Dateien. Die Möglichkeiten sind vielfältig und keine davon ist das Risiko wert.

Schon anhand der Absenderadresse sollten Sie erkennen, dass es sich um einen Fake handelt. Als Absender gibt sich in diesem Fall nämlich „Inkasso@ebay.de“ zu erkennen – Amazon und ebay haben nichts miteinander zu tun.

Unsere Sicherheitstipps – So erkennen Sie Virus-Mails:

  • Sie sind kein Amazon-Kunde? Dann ist die Sache klar, dass es sich um einen Betrug handelt!
  • Sie haben alle Rechnungen bezahlt bzw. schon lange nichts mehr bei Amazon bestellt?
  • Fehlerhafte Rechtschreibung und Grammatik
  • Die Absenderadresse klingt „irgendwie seltsam“
  • Sie sollen einen Anhang öffnen
  • Kein Hinweis in Ihrem ECHTEN Account (sofern einer besteht)
  • Eventuell veraltete Adresse
  • Ihr Antiviren-Programm schlägt Alarm (halten Sie es bitte immer auf dem Laufenden)


Wenn Sie hereingefallen sind:

  • Verfallen Sie nicht in Panik, sondern handeln Sie strukturiert
  • Ändern Sie von einem anderen Gerät all Ihre Passwörter
  • Sichern Sie alle Beweise
  • Starten Sie Ihre Antivirussoftware
  • Informieren Sie Ihre Geldinstitute
  • Wenden Sie sich an Amazon unter 0800 3638469 (kostenlos aus dem Mobilfunk- und Festnetz)
  • Wenden Sie sich an die Polizei, das geht auch online

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One Response to “Amazon-Inkasso-Drohung ist ein Virus!”

  1. Jo Wü sagt:

    Guten Tag, Danke für Ihre hilfreichen Infos.
    Mich interessiert, wie würde denn Amazon selbst im Falle einer ungedeckten Lastschrift sich an die Kundin wenden? Postalisch? Oder ….
    Danke für eine Vorstellung


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