„Little Miss & Mister“ sammelt Kinderfotos auf Facebook

In den sozialen Netzwerken schwirren allerhand private Dinge von uns rum: Kinderfotos auf Facebook, Fotos von uns, Erlebnisse und noch vieles mehr halten wir fest. Dass das nicht immer so gut ist, wie es scheint, zeigt die Facebookseite „Little Miss & Mister“.

Kinderfotos auf Facebook - ein heißes Thema (congerdesign/pixabay)
Kinderfotos auf Facebook – ein heißes Thema (congerdesign/pixabay)

Kinderfotos auf Facebook – ein heißes Thema

Als stolze Eltern möchte man der Welt zeigen, was die lieben kleinen wieder alles getrieben haben. Was vor nicht allzu langer Zeit noch als echter Fotoabzug durch die Verwandtschaft ging, ist heute ein virtuelles Bild, welches tendenziell mit der ganzen Welt geteilt wird. Ob aus Absicht oder Unwissenheit, wer von Ihnen Kinderfotos auf Facebook hochlädt, geht immer ein gewisses Risiko ein, dass damit Dinge passieren, die man nicht möchte.

Manchen Eltern scheint dies allerdings nicht so bewusst zu sein und sie teilen ihre Fotos sogar öffentlich und nicht nur mit der eigenen Kontaktliste. Hier kommt die Facebookseite „Little Miss & Mister“ ins Spiel.

„Auch ihr Kind kann der Star von morgen werden“

Die Seite sorgt derzeit für Aufsehen, wenn auch nicht das erste Mal. Schon im vergangenen Jahr wurde man auf die Seite aufmerksam, weil unzählige verschiedene Kinderfotos zu finden waren. Was die Nutzer verunsichert, ist die Tatsache, dass niemand weiß, wer sie verwaltet, denn eine Info gibt es nicht, E-Mails an die angegebene Adresse kommen unzustellbar zurück und auch die Telefonnummer stimmt nicht.

Das, was die Seite tut, nämlich Fotos sammeln und weiterverbreiten, ist nicht strafbar. Die Kinderfotos wurden von den Eltern freiwillig öffentlich online gestellt.

Was hat es mit der Sache auf sich?

Der Betreiber der Seite wurde über die Facebooknachrichtenfunktion angeschrieben und erklärte den Sinn hinter dieser Seite. Im Grunde ginge es darum, den Eltern vor Augen zu führen, was passieren kann, wenn sie ihre Fotos für jeden Menschen sichtbar machen. Dass man anonym bleiben wolle, liegt an den sehr aggressiven „Wutmüttern“.

Die Eltern, die ihre Kinder auf der Seite finden, sind erst einmal entsetzt, bedrohen und wüten gegen die Seite – verstehen kann man es. Doch würden sie nicht so fahrlässig mit der Privatsphäre ihrer Kinder umgehen, müsste diese Wut nicht sein.

Unser Tipp

Wir wissen, wie schön es ist, tolle Fotos zu teilen. Doch denken Sie immer daran, dass auch Ihr Kind, so klein es auch sein mag, eine Privatsphäre besitzt. Denken Sie daran, wie Sie es fanden, wenn Ihre Eltern Fotos aus peinlichen Situationen von Ihnen herumgezeigt haben.

Wenn Sie schon Fotos auf Facebook teilen wollen, dann achten Sie darauf, dass Ihre Einstellungen so sind, dass nur Freunde die Kinderfotos sehen können. Überlegen Sie, wie Sie es finden würde, dieses Foto auf Facebook zu finden. Grundsätzlich sollten Sie darauf verzichten, Nacktfotos Ihrer Kinder zu veröffentlichen, denn das sind ganz intime Momente, die nur innerhalb der Familie bleiben sollten.

Nicht immer ist es so harmlos, wenn Fotos an Dritte geraten, wie im Beispiel von „Little Miss & Mister“. Die Menschen, die nicht so nette Absichten haben, werden diese Lücke nämlich ausnutzen.

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