eBay-Händler aufgepasst: Fake-Mails zur USt-ID Nr. im Umlauf

eBay verändert sich stetig. Die aktuelle Neuerung betrifft die Händler und deren Steuersachen. Als wenn das für einige nicht schon tragisch genug wäre, nutzen das auch noch eine Reihe von Betrügern aus, die derzeit Fake-Mails mit angeblichen Informationen versenden und dabei natürlich wieder nur im Sinn haben, an Ihre Daten zu kommen. Und leider klappt es wohl auch das eine oder andere Mal. Wir hoffen, wir können viele von Ihnen erreichen und schützen.

Es sind wieder eBay-Phishing-Mails unterwegs
Es sind wieder eBay-Phishing-Mails unterwegs

Kurz und knapp: darum geht es bei eBay

Wer auf eBay künftig weiter (erfolgreich) als gewerblicher Händler verkaufen möchte, der wurde dazu aufgefordert, bis zum 25. Oktober 2016 seine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-ID Nr.) in seinem Account zu hinterlegen. Diese Forderung musste die Auktionsplattform aussprechen, weil die Finanzbehörden das so wollen. Der Grund hierfür ist, dass das der einzige Nachweis sei, der Unternehmereigenschaft im Sinne des Umsatzsteuerrechts belegen kann.

Wer dem nicht nachkam, der muss nun also ab dem 1. November 2016 Bruttorechnungen ausstellen. Das bedeutet weiterhin, dass die eBay-Gebühren in Brutto ausfallen und das inklusive 19 % deutscher Umsatzsteuer.

Gut gemachte Phishing-Mails

Die eBay-Fake-Mails, die derzeit im Umlauf sind, sind alles andere als schlecht – ganz im Gegenteil. Der Clou ist, dass nicht nur gute Fotos nutzen und auch die Absenderadresse „ebay@ebay.de“ auf den ersten Blick nicht verdächtig erscheint. Selbst die Rechtschreibung und Grammatik sind soweit nicht sehr auffällig.

So lautet die eBay-Phishing-Mail:

UMSATZSTEUER-IDENTIFIKATIONSNUMMER

Nettorechnungen nur noch mit der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer

Als gewerblicher Verkäufer mit Sitz in Deutschland haben Sie aktuell keine gultige Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-ID Nr.) hinterlegt.

Bitte hinterlegen Sie diese bis spätestens 25. Oktober, damit wir Ihnen Ihre Gebühren auch weiterhin netto berechnen können.

Ist die USt-ID Nr. bis dahin nicht hinterlegt, müssen wir Ihnen 19 % Umsatzsteuer in Rechnung stellen. Dies gilt ab Ihrer Rechnung, die Sie im November erhalten.

Jetzt USt-ID Nr. bei eBay hinterlegen

Sollten Sie Ihre gültige USt-ID Nr. in den letzten Tagen bereits hinterlegt haben, brauchen Sie nichts weiter zu unternehmen.

Hinweis:
Wenn Sie noch keine USt-ID Nr. haben, kontaktieren Sie bitte Ihren Steuerberater, ob die Beantragung für Sie sinnoll ist.

Die Gefahr hinter dem Link

Wenn Sie nun also hereinfallen, was Ihnen nicht zu verübeln ist, dann werden Sie auf eine Seite weitergeleitet, die zwar wie der eBay-Login aussieht, aber keiner ist. Das Spiel kennen Sie sicherlich schon.

Das Ziel ist es, dass Sie Ihre Daten eingeben, diese dann in die Datenbanken der Betrüger geschleust werden und Sie am Ende jede Menge Ärger am Hals haben. eBay ist von diesen neuen Fake-Mails bereits informiert, distanziert sich von diesen und will sich um die Sache kümmern.

Unsere Sicherheitstipps: so erkennen Sie Phishing-Mails

  • Sie besitzen kein eBay-Konto, hatten nie eins oder sind nicht als gewerblicher Verkäufer aktiv
  • Sie haben bereits alles erledigt
  • Halten Sie Ihr Antiviren-Programm auf dem Laufenden und nehmen Sie die Warnungen ernst
  • Sie werden nicht mit Ihrem Namen angesprochen
  • Gehen Sie mit der Maus über den Link, ohne ihn anzuklicken. Wäre die Mail echt, würde eine Internetadresse erscheinen, die zum Absender passt. Bei Unstimmigkeiten handelt es sich um eine Phishing-Attacke.
  • Kein seriöses Unternehmen wird Sie über einen E-Mail-Link dazu auffordern, Ihre Daten zu bestätigen oder aktualisieren
  • Angenommen, diese Mail wäre echt, so müssten Sie in der Browserzeile das HyperText Transfer Protocol Secure (HTTPS statt HTTP) erkennen


Wenn Sie hereingefallen sind:

  • Ändern Sie von einem anderen Gerät all Ihre Passwörter
  • Starten Sie Ihren Antivirussoftware
  • Wenden Sie sich an einen IT-Experten, der Ihren PC wieder fit macht
  • Sichern Sie alle Beweise
  • Wenden Sie sich an die Polizei
  • Informieren Sie Ihre Geldinstitute

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