Telefonbetrug: Ein Beispiel

Dass Betrüger sehr kreativ sein können, wissen wir alle. Sie denken sich meist plausible Geschichten aus und spielen mit Wünschen und Ängsten ihrer Opfer. Doch wie ausgepfeilt sie bei einem Telefonbetrug wirklich vorgehen, merkt man erst an konkreten Beispielen. Davon wollen wir Ihnen heute eines vorstellen.

Eine Telefonmasche, die Erfolg hatte (Peggy_Marco @ pixabay.com)

„Hallo, hier ist das Pfändungsbüro!“

Schulden zu haben oder eine Rechnung vergessen zu haben, ist die eine Sache. Einen Anruf von einem Pfändungsbüro zu bekommen, eine andere. Das macht Angst, das verstört den Angerufenen, denn man will ja nicht noch mehr Ärger bekommen.

Wenn es sich aber um einen Betrag handelt, der 2.000 Euro hoch und durch etwas entstanden sein soll, was man gar nicht auf dem Zettel hat, wird es seltsam. Wie die private Initiative gegen Internetmissbrauch „Mimikama“ berichtete, gab es ein Paar in in der Gemeinde Plattenburg, die Anfang August 2016 einen Anruf von einem angeblichen Pfändungsbüro erhielten. Ihnen kam das wohl komisch vor, sie sagten, sie zahlen nicht und damit war das Thema für sie durch – damit nahmen sie sogar die angedrohte Kontopfändung in Kauf.

Da hatten Sie aber die Rechnung ohne die Betrüger gemacht.

„Hallo, hier ist die Polizei!“

So leicht wollten die Betrüger nämlich nicht aufgeben. Nur wenige Augenblicke nach dem Ende des Gesprächs rief man erneut bei ihnen an. Auf dem Display Ihres Telefons erkannten sie die Nummer des zuständigen Polizeireviers.

Auf der anderen Seite der Leitung saß nun jemand, der vorige Anruf des „Pfändungsbüros“ durchaus seine Richtigkeit hat und das Geld auf jeden Fall bezahlt werden müsste.

Aufgrund der Tatsache, dass anscheinend ein Polizist am Telefon war, veranlasste die Eheleute dazu, die 2.000 Euro per Western Union zu überweisen. Das Geld ging auf ein türkisches Konto.

Und als ob das nicht genug gewesen wäre …

… haben die Betrüger das Ehepaar so sehr verunsichert, dass sie es noch vier (!) weitere Male schafften, ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Sie riefen mehrmals an und behaupteten, dass es Probleme bei der Überweisung gegeben hätte. Mal war es ein falscher Kontoinhaber, mal Banktechnische Hindernisse und so weiter.

Einmal wurde sogar angerufen, als das Paar gerade auf der Wache saß und die Anzeige aufnahm. So konnte sich der echte Polizist einmal selbst davon überzeugen und stellte sich am Telefon vor – nur daraufhin wurde das Gespräch abgebrochen.

Wie können Sie sich schützen?

„Mimikama“ gibt folgende Tipps:

  • Überlegen Sie, ob es überhaupt offene Rechnungen geben kann. Wenn nicht, vergessen Sie solche Forderungen
  • Kontaktaufnahmen, die nur über das Telefon erfolgen und die Absicht haben, Geld von Ihnen zu fordern, sind meistens unseriös
  • Rufen Sie die örtliche Polizei an und besprechen Sie mit einem Polizisten den Fall.
  • Die Polizei kümmert sich nicht um das Begleichen von Rechnungen. Sie würden also eher Post (!) von einem Anwalt oder einem Inkassobüro bekommen

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