Unister kaufte 194 Millionen Mail-Adressen

„Wie kommen die Spam-Versender eigentlich an meine E-Mail-Adresse?“ – diese Fragen stellen sich täglich Millionen von Menschen. Eine Möglichkeit ist, dass sie angekauft werden. So, wie es Unister tat.

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Eine erschreckende Zahl: 194 Millionen

Die Unister-Gruppe gibt es mittlerweile so gut wie nicht mehr, weil sie Insolvenz angemeldet hat und sich seit dem 18. Juli 2016 in dem dazugehörigen vorläufigen Verfahren befindet. Vielen von Ihnen wird der Name nichts sagen, dafür aber Ab-in-den-urlaub.de oder Fluege.de. Nicht nur, dass der Geschäftsführer Thomas Wagner und Mitgesellschafter Oliver Schilling bei einem Flugzeugabsturz starben, dass zwei höhere Mitglieder als Rechtsextreme geoutet wurden, half dem Unternehmen nicht wirklich mit Glanz und Gloria zu gehen. Nun ist der nächste Skandal ans Licht gekommen.

Laut aktuellen Medienberichten sollen 194 Millionen E-Mail-Adressen angekauft worden sein.

Woher kamen die Adressen?

In der Zeit von 2001 bis 2014 soll es zu diesem Ankauf gekommen sein. Dass es erst jetzt bekannt wurde, liegt daran, dass erst die nötigen Informationen gesammelt werden mussten. Unter anderem wurde versucht, die Herkunft zu verbergen, dafür zahlte das Unternehmen sogar 200.000 Euro, welches es vom Gericht aufgebrummt bekam.

An sich ist der Ankauf von E-Mails nicht strafbar. Doch es scheint, als seien die E-Mail-Adressen ohne Zustimmung weitergegeben worden – in diesem Fall hätten sie gelöscht und nicht genutzt werden dürfen. Doch wer Geld für etwas bezahlt, der will es natürlich auch nutzen. Bisher sind das noch Vermutungen, denn Insolvenzverwalter Lucas Flöther gab noch keine offizielle Stellungnahme zu dem Fall, hat die Verwendung aber erst einmal untersagt, bis es neue Infos gibt.

Es ist wichtig, dass solche Firmen gestoppt werden, denn sie sind ein Grund für das hohe Spam-Aufkommen. Und wer möchte seine Daten schon in den Händen Dritter wissen, ohne, dass er davon in Kenntnis gesetzt wurde?

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