Stiftung Warentest: Heft mit E-Mail-Sicherheitstest eingestellt

Schadensbekämpfung – mit Erfolg?

Wer kennt es nicht: viele Accounts, viele Passwörter und das Problem sich alle merken zu müssen. (Bild: olly - Fotolia)
Stiftung Warentest veröffentlichte Artikel mit falschen Aussagen zur E-Mail Sicherheit. (Bild: olly – Fotolia)

Die Stiftung Warentest hat einen Artikel über die Sicherheitskonzepte deutscher Mailanbieter zurückgezogen. Darin sind, nach Protesten der getesteten Provider, viele sachliche Fehler enthalten. Das Heft hat inzwischen das Problem behoben und eine korrigierte Fassung in ihrer App sowie auf ihrer Webseite veröffentlicht. Der Direktvertrieb der gedruckten Ausgabe vom Februar 2015 wurde eingestellt. Eine neue Version enthält die Überarbeitung.

Die Kritik reißt nicht ab: Die junge Berliner Internetfirma Posteo sieht weiteren Handlungsbedarf. So würden ihrer Ansicht nach die Abonnenten der Februar-Ausgabe nicht über die inkorrekten Darstellungen informiert. Außerdem stehen in dem Test-Beitrag immer noch einige strittige Abschnitte.

Zahlreiche Fehler

Die Fehler beziehen sich auf Datenschutzmaßnahmen, die Verschlüsselung sowie auf die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Ein schlimmer Fauxpas unterlief den Testern im Bezug auf Apple: Der Konzern soll aufgrund seiner Transparenzberichte noch nie Kundeninformationen weitergegeben haben, was so nicht stimmt. In dem Artikel heißt es weiterhin, dass allein Mailbox.org die Kundendaten verschlüsselt anbieten soll. So schrieb die Stiftung Warentest laut der Webseite „golem.de“ ursprünglich:

„Nur Mailbox.org schützt die Kunden und speichert deren E-Mails verschlüsselt.“

Auch die Überschrift erhielt nach den Bemerkungen von Posteo einen neuen Wortlaut: „Mail-Dienste sehen alles“, heißt es nun in der Korrektur. In der Richtigstellung wurden das im Vorfeld als fehlend beschriebene Datenschutzkonzept und die dafür verwendete Technik wahrheitsgemäß ergänzt. Besonders ärgerlich für das junge Unternehmen war die Tatsache, dass es nur einen Testsieger gebe – Mailbox.org. Laut Ergebnissen liegen aber beide vorn auf. In der aktuellen Version stehen Posteo und Mailbox.org gemeinsam mit ihrem kompakten Sicherheitskonzept auf dem ersten Platz. Posteo möchte nach dem Fehlverhalten des Testmagazins nicht mehr mit dem als Qualitätssiegel geltenden Sieg werben.

E-Mail-Verkehr schützen

Sicherheit beim Versenden von E-Mails ist für Nutzer zahlreicher deutscher Anbieter wichtiger denn je. Werden meine Daten gespeichert? Und wie sieht es mit ihrem Schutz aus? – diese Fragen spielen bei der Entscheidung für ein Programm eine zentrale Rolle. Diese zwei Schutzmaßnahmen bieten Sicherheit:

  • Unter der Kampagne „E-Mail made in Germany“, zeigen die Firmen ihren Nutzern mit einem grünen Häkchen am Absender, dass es sich um eine verschlüsselte E-Mailübertragung handelt.
  • Auch eine Zwei-Schritt-Authentifizierung verspricht einen größeren Schutz. Neben dem Passwort können sich User beispielsweise per SMS einen Sicherheitscode zukommen lassen. Diese Methode wird unter anderem von großen Diensten wie web.de oder GMX bereitgestellt.

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