Messenger im Vergleich: Wo Kommunikation wirklich sicher ist

Datenspeicherung in der Cloud
Messenger mit Verschlüsselung bieten eine sichere Kommunikation. (Bild: violetkaipa – Fotolia)

No-Name Anbieter am sichersten

Das Vertrauen in die Sicherheit von digitalen Kommunikationswegen war nach dem Abhörskandal der NSA und weiteren Berichten über Lücken in Übertragungsnetzen merklich erschüttert. Neue Updates und Verbesserungen im Bereich Datensicherheit haben das Risiko nun scheinbar aufgehoben. Anbieter verschiedener Messaging-Services versprechen eine sichere Kommunikationsplattform. Die US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) untersuchte Messenger und fand heraus, dass nur sechs Anwendungen den Sicherheitskriterien entsprechen:

  • ChatSecure + Orbit
  • Cryptocat
  • Signal/Red Phone
  • Silent Text
  • Silent Phone
  • TextSecure

Die sogenannte „Secure Messaging Scorecard“ listet vor allem weniger bekannte Systeme auf. Die Vergleichstabelle teilt sich in sieben Kriterien auf. Zu den wichtigsten Aspekten zählt die Verschlüsselung des Gesprächs, und ob diese vor den Anbietern geschützt bleiben. Bei der Untersuchung fielen namenhafte Messenger in dem Bereich durch: Skype, WhatsApp, Yahoo Messenger, AIM oder Viber gelten als Datensammler.

Sicherheit durch dokumentierte Berichte und Codes

Das von der Stiftung Warentest als gut befundene Threema weist nach der Untersuchung durch die EFF ebenfalls ein paar Mängel auf. Es dokumentiert sein Sicherheitskonzept nicht zuverlässig. Außerdem fehlt eine Überprüfung des Codes. Weiterhin gehören zu den Kriterien die folgenden Fragen: Lässt sich die Identität der Kontakte verifizieren? Lässt sich über gestohlene Schlüssel ein Zugang zu früheren Unterhaltungen eröffnen? Die EFF versteht die Kriterien als Hinweise für Projekte mit sicherer Kommunikation.

In Deutschland haben die Stiftung Warentest und die PSW Group ebenfalls einen Vergleichstest durchgeführt. Threema erhielt beim Verbrauchertest sehr gute Noten. Auch Apple erhielt positive Bewertungen – was einige Kritiker als fraglich empfinden. Die PSW Group stellt einen kostenlosen Konfigurator bereit, mit dem Nutzer selbst Messenger-Apps analysieren können. In Kategorien wie Informationssicherheit oder Usability bestimmen Anwender die Rangfolge.

End-to-end-Verschlüsselung

Messenger mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bieten Nutzern eine umfassende Sicherheit. Überwachungsaktionen durch Betrüger, Geheimdienste oder Regierungen werden somit umgangen. Anbieter, die keinen Zugangsschlüssel zu den Kontaktdaten verwalten, können Behörden auf Anfrage die Einsicht mit einem richterlichen Beschluss verweigern. Einige Länder wie Großbritannien wollen das Verschlüsselungsverbot abschaffen. Dies erklärte Premierminister David Cameron in einer Stellungnahme.

SIMSme: Datensicherheit aus Deutschland

Die Deutsche Post AG plant einen sicheren Messenger: Mit der alternativen App SIMSme tritt sie in Konkurrenz zu WhatsApp & Co. Textnachrichten, Bilder oder Videos werden vom Absender aus verschlüsselt verschickt und lassen sich nur vom Empfänger wieder entschlüsseln. Durch den gesetzten Schlüssel erhält nicht einmal die Post Zugang zu den Chatverläufen. Für die Anwendung spricht, dass sie werbefrei und kostenlos ist und auf Android sowie iOS-Betriebssystemen läuft. Für eine Gebühr von 89 Cent wird die Selbstlösch-Funktion von Nachrichten aktiviert. Dies hinterlässt einen Schönheitsfehler bei der App.

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Das Unternehmen verspricht Kunden umfassende Datensicherheit, auch wenn die Kontaktdaten aus dem Telefonbuch des Smartphones essenziell für die Kommunikationsübertragung sind, speichert die Deutsche Post die Informationen auf keinen Fall. Mit dem kommerziell ausgerichteten Konzept möchte die Deutsche Post einen großen Nutzerkreis aufbauen. Sollte sich SIMSme erfolgreich verbreiten, steht Banken und ihren Kunden ein sicheres Kommunikationsmittel zur Verfügung. Für die interne Unternehmenskommunikation bietet sich der Dienst ebenso an.

So funktioniert die Messenger App SIMSme:

  • Die Nachrichten vom Absender werden mit Hilfe des Programms AES-256 verschlüsselt an den Empfänger übermittelt.
  • Informationen überträgt der SIMSme-Server anonymisiert via SSL-Schlüssel.
  • Eine Verifizierung der Kontakte findet über das Einscannen von QR-Codes statt. Dafür muss man zunächst den jeweiligen öffentlichen Zugangsschlüssel vom Kommunikationspartner einscannen.

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