Amazon: Falsche Abmahnungen mit Malware im Umlauf

Mahnung über ausstehende Zahlung

Hacker
Mit einer fragwürdigen Begründung sollen die Opfer zum Öffnen des schädlichen Dateianhangs verleitet werden. (Bild:XtravaganT/Fotolia)

Ein Anwalt, der angeblich im Auftrag von Amazon handelt, ruft dazu auf, eine ausstehende Rechnung zu begleichen, da die Lastschrift aufgrund eines nicht gedeckten Kontos nicht durchgeführt werden konnte. Hinzu kommen Gebühren, die ebenfalls entrichtet werden sollen. Damit der Empfänger weiß, wohin er das Geld überweisen muss und an wen er sich bei Fragen wenden kann, ist ein extra Schreiben beigefügt.

Eine gefäschte Abmahnung könnte beispielsweise so aussehen:

Sehr geehrte/r Drechsler Dagmar,

Sie haben eine nicht gedeckte Forderung bei Amazon GmbH. Das von Ihnen vorliegende Girokonto wurde im Moment der Abbuchung nicht genügend gedeckt um die Lastschrift zu realisieren.

Wir erwarten die Zahlung einbegriffen der Mahnkosten bis spätestens 2208.2014 auf unser Girokonto. Für Rückfragen oder Reklamationen erwarten wir eine Kontaktaufnahme innerhalb des gleichen Zeitraums. Aufgrund des bestehenden Zahlungsverzug sind Sie gezwungen dabei, die durch unsere Inanspruchnahme entstandenen Gebühren von 27,41 Euro zu tragen. Namens und in Vollmacht unseren Mandanten fordern wir Sie auf, die offene Gesamtforderung unverzüglich zu bezahlen.

Die Rufnummer und andere Informationen ersehen Sie in Ihrer Bestätigung im beigefügtem Schreiben. Es erfolgt keine weitere Mahnung. Nach Ablauf der Frist wird die Angelegenheit dem Staatsanwalt und der Schufa übergeben. Eine vollständige Forderungsausstellung, der Sie alle Einzelpositionen entnehmen können, fügen wir bei.

Mit besten Grüßen

Amazon GmbH

RA Leo Müller

Gefälschte E-Mails erkennen

Betrüger werden immer geschickter im Kopieren von E-Mails großer Unternehmen. Deshalb wird es immer schwieriger, gefälschte E-Mails zu erkennen. Es gibt jedoch einige Punkte, anhand derer Betrüger enttarnt werden können:

  • Fehlerhafte Rechtschreibung/Grammatik
  • Fehlerhafte Schreibung des Namens oder allgemeine Anrede
  • Anhang mit weiteren Informationen
  • diffuse Drohung mit Staatsanwalt oder Schufa
  • Kurzer Zeitraum, um die ausstehende Zahlung zu begleichen
  • Falscher Absender

Verhalten beim Empfang von Phishing-Mails

Wurde eine Phishing-Mail als solche erkannt oder herrscht Unsicherheit bezüglich der Echtheit einer E-Mail, hilft ein Blick auf die Kundenseite vom betreffenden Unternehmen. Amazon veröffentlicht beispielsweise regelmäßig Phishing-Mails, um seine Kunden zu warnen. Auch eine Kontaktaufnahme sollte über die bekannte Internetseite erfolgen, dort finden sich in der Regel Telefonnummern oder E-Mail-Adressen vom Kundenservice, der gerne Auskunft gibt. Auf keinen Fall sollten Links über die Phishing-Mail geöffnet werden!

Angemeldete Kunden können sich außerdem in ihr Amazon-Konto einloggen und die letzten Bestellungen nachverfolgen. Würden Zahlungsbeträge ausstehen, wäre dies auch hier zu erkennen.

3 Gedanken zu „Amazon: Falsche Abmahnungen mit Malware im Umlauf

  • 28. August 2014 um 16:03
    Permalink

    Eine fast identisch lautende Email ist mir gestern von einem Inkassobüro zugesandt worden. Allerdings ging es dabei um die Facebook GmbH.
    Möglicherweise wollte diese Information auch in den Umlauf gebracht werden.

    Antwort
  • 12. September 2014 um 04:01
    Permalink

    Das Problem scheint, nach Wochen, immer noch zu bestehen, aber da ich derzeit kaum etwas bestelle, weder bei Amazon noch sonstwo im Netz, weiß ich, dass es sich um SPAM-Mails handelt, die ich eben – geht leider nicht anders – regelmäßig löschen muss.

    Ich kann mich Franziska W. nur anschließen, was ihre Ansicht über das weiterleiten dieser Information angeht.

    Gruß
    Bernie

    Antwort
  • 8. März 2015 um 15:39
    Permalink

    Sehr geehrter Kunde Frank (vollständiger Nachname),

    das von Ihnen vorliegende Bankkonto ist nicht genügend gedeckt um die Kontoabbuchung durchzuführen. Sie haben eine ungedeckte Forderung bei der Firma Amazon GmbH.

    Aufgrund des bestehenden Zahlungsverzug sind Sie gezwungen zuzüglich, die durch unsere Inanspruchnahme entstandenen Gebühren von 27,69 Euro zu bezahlen. Wir erwarten die Überweisung bis spätestens 09.03.2015 auf unser Girokonto.

    Es erfolgt keine weitere Erinnerung oder Mahnung. Nach Ablauf der festgelegten Frist wird die Akte dem Gericht und der Schufa übergeben. Die detaillierte Kostenaufstellung, der Sie alle Einzelpositionen entnehmen können, ist beigefügt. Für Rückfragen oder Anregungen erwarten wir eine Kontaktaufnahme innerhalb des selben Zeitraums.

    Namens unseren Mandanten ordnen wir Ihnen an, die noch offene Forderung unverzüglich zu bezahlen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Rechtsanwalt Graf Linus

    Schon merkwürdig solche Mail´s – ich bin bisher sämtlichen Rechnungen gerecht geworden.

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.