Simplocker: Handy-Trojaner sperrt wichtige Daten

Hacker übernehmen Kontrolle über Android-Geräte

Simplocker-Virus gefährdet Android-Smartphones
Mittels Simplocker sperren Hacker Android-Geräte und fordern Lösegeld von ihren Opfern. (Bild:XtravaganT – Fotolia)

Bei dem Versuch, die dreiste Drohung der Hacker zu ignorieren, stellen die betroffenen Opfer fest, dass ihr Handy tatsächlich gesperrt wurde und sie weder auf Apps noch auf ihre Daten zugreifen können. Außerdem taucht die Anzeige nach dem Wegklicken in der Regel fast sofort wieder auf. Die Experten von ESET bestätigten auch, dass die Daten nicht nur gesperrt, sondern zusammen mit sensiblen Informationen wie Name, IMEI-Nummer und Hersteller des Geräts auch ausspioniert und an einen gehosteten Befehlsserver gesendet werden.

Zwar ist Simplocker bisher nur in Russland und nur in kyrillischer Schrift aufgetaucht, derartige Ransomware (Lösegeld-Programme) sind jedoch bereits seit den 1980ern bekannt und längst nicht mehr nur für Computer und Laptops eine ernst zu nehmende Gefahr. Bereits im Mai 2014 sorgten Lösegeldforderungen nach den Sperrungen von iPhones, iPads und Macs für Aufsehen.

So gelingt es den Betrügern, die Smartphones zu sperren

Alles, was Hacker brauchen, um die Android-Smartphones zu kontrollieren, ist eine Software, die vom User unbemerkt auf dem Gerät installiert wird. Anschließend verschlüsselt diese anhand eines selbst gewählten Passwortes die auf dem Handy befindlichen Daten oder verhindert sogar die gesamte Nutzung des Gerätes. Im Falle des aktuellen Simplockers fingen sich die Opfer die Schadsoftware durch das Besuchen einer gefälschten Pornoseite ein.

Schon das simple Aufrufen einer derartig präparierten Webseite reicht für die Hacker aus, um die Krypto-Malware (Verschlüsselungssoftware) einzuschleusen und so an den Speicher des Android-Smartphones zu gelangen. Die nachfolgende Anzeige, dass das Ansehen von Kinderpornographie und Co an der Sperrung schuld ist, wird durch eine Forderung nach ca. 16,00 € (in ukrainischen Hrywnja) ergänzt. Erst 24 Stunden nach erfolgter Zahlung soll die Sperrung angeblich rückgängig gemacht und alle Daten wiederhergestellt werden.

Die effektivsten Vorsichtsmaßnahmen

Wie bei Computern gilt auch bei internetfähigen Handys, ein solides Anti-Viren-Programm zu installieren und regelmäßige Sicherheitsupdates durchzuführen. Bei wertvollen Daten auf dem Gerät empfehlen sich zudem Datensicherungen via Backups. Ist das Simplocker-Virus bereits auf dem Gerät, helfen bei den aktuell noch simplen Verschlüsselungen Anti-Viren-Programme oder spezielle Entschlüsselungs-Apps, um das Hacker-Passwort auszulesen. Um sich Krypto-Malware aber gar nicht erst einzufangen, empfehlen sich diese Tipps:

  • hohe Skepsis bei Links, die von Unbekannten empfangen werden
  • Bluetooth nur einschalten, wenn man es tatsächlich benutzt
  • nur Apps aus dem offiziellen „Google Play Store“ herunterladen
  • Vorsicht, sobald Apps ungewöhnliche Berechtigung benötigen (z. B. Anruf-Funktion bei Musik-Apps)

Ein Gedanke zu „Simplocker: Handy-Trojaner sperrt wichtige Daten

  • 25. Juni 2014 um 22:58
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    Ohje…jetzt hat dies schon bei Smartphones angefangen. Gute Antiviren-Lösungen sind jetzt mehr als notwendig. Leider sieht der Markt dafür überhaupt nicht gut aus, oder habt ihr Tipps?

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