Fake-Telekom-Buchhaltung: Ukraine-Krieg ruft Erpresser auf den Plan

Eine angebliche Mail der „Telekom-Buchhaltung“ versucht Sie zu erpressen. Angeblich für Frieden und den guten Zweck im Sinne des Ukraine-Kriegs.

– – – Die Telekom ist selbstverständlich nicht der Versender dieser Betrugsmails. Dahinter stecken Kriminelle, die Ihre persönlichen Daten abgreifen wollen. – – –

Fake-Telekom-Buchhaltung: Ukraine-Krieg ruft Erpresser auf den Plan (Screenshot: verbraucherzentrale.de)
Fake-Telekom-Buchhaltung: Ukraine-Krieg ruft Erpresser auf den Plan (Screenshot: verbraucherzentrale.de)

Mit Erpressung für den Frieden?

Das Sprichwort „Gleiches mit Gleichem vergelten kann nicht gutgehen“ trifft auf den Gedanken dieser Kriminellen nicht zu. Sie geben sich als Telekom aus und versuchen, Sie mit angeblich gesammelten Daten zu erpressen. Sie drohen, alle Ihre privaten Daten und Fotos zu veröffentlichen, wenn Sie kein Geld bezahlen – das Geld soll dafür dem guten Zweck gespendet werden, was eventuell das eine oder andere Herz aus Gold anspricht.

Dennoch sollten Sie sich auf keinen Fall dazu verleiten lassen, auf den Linkbutton zu klicken. Wenn Sie etwas Gutes tun möchten, suchen Sie sich selbst eine gemeinnützige Organisation oder helfen Sie den Flüchtlingen in Ihrer Umgebung.

Auf keinen Fall sollten Sie sich von Unbekannten, die große Namen missbrauchen, einschüchtern lassen.

So lautet die Mail der Fake-Telekom-Buchhaltung:

Sehr geehrte/r ….,

leider muss ich Ihnen mitteilen, dass Sie Opfer eines Angriffs geworden sind.

Der aktuelle Ukraine-Konflikt zwingt mich zu der Maßnahme, sämtliche WhatsApp-Verläufe sowie Fotos und Videos Ihres Smartphones, welches Sie mit der Handynummer […] betrieben haben, im Internet zu veröffentlichen. Die über einen langen Zeitraum gesammelten Daten liegen verschlüsselt auf meinem Server.

Bei Nichtbefolgung dieser Anweisung werden Ihre Daten außerdem an alle Ihre Kontakte verschickt. Dies können Sie nur so verhindern, in dem Sie 4 Monero an folgende Wallet-Adresse senden:

[…]

Hier Geht Es zu Kraken

Der Betrag wird im vollen Umfang humanitären Projekten in der Ukraine zugute kommen, die momentan von den westlichen Regierungen unzureichend unterstützt werden

Nochmal: Sollte die Bestätigung Ihrer Zahlung am TT.MM. nicht vorliegen, werden die oben genannten Schritte unverzüglich und vollautomatisch eingeleitet.

Für Frieden in Europa gegen russischen Imperialismus!

Unsere Sicherheitstipps – So erkennen Sie Telekom-Phishing:

  • Sie sind kein Telekom-Kunde und waren nie einer
  • Die Empfangs-E-Mail-Adresse ist nicht bei der Telekom hinterlegt
  • Keine persönliche Ansprache / kein Ansprechpartner
  • Fehlerhafte Rechtschreibung und Grammatik
  • Sie sollen Ihre Daten über einen Link aktualisieren
  • Fehlender Hinweis in Ihrem Account, sofern einer besteht
  • Die Absender- und Linkadresse klingen „seltsam“
  • Verlinkungen zu AGB, Datenschutzerklärung, Impressum und Cookies funktionieren nicht oder leiten zu einem Log-In
  • Ihr Antiviren-Programm schlägt Alarm (halten Sie es bitte immer auf dem Laufenden)

Wie Sie sich schützen:

  • Klicken Sie niemals E-Mail-Links an, ganz gleich, wie echt sie aussehen mag
  • Wenn Sie unsicher sind, öffnen Sie einen neuen Tab und loggen sich dort in Ihr Konto ein
  • Rufen Sie niemals die Nummern in den E-Mails an, sondern googeln Sie sie
  • Antworten Sie nicht auf E-Mails

Wenn Sie hereingefallen sind:

  • Verfallen Sie nicht in Panik, sondern handeln Sie strukturiert
  • Ändern Sie von einem anderen Gerät all Ihre Passwörter und sichern Sie alle Beweise
  • Starten Sie Ihre Antivirussoftware oder engagieren Sie einen PC-Fachmann, der Ihren PC überprüft
  • Wenden Sie sich an die Polizei, das geht auch ganz einfach online
  • Informieren Sie Ihre Geldinstitute
  • Wenden Sie sich an T-Online unter 0800 33 01000 (kostenlos aus dem Mobilfunk- und Festnetz)

One thought on “Fake-Telekom-Buchhaltung: Ukraine-Krieg ruft Erpresser auf den Plan

  • 16. Mai 2022 um 13:18
    Permalink

    Ich habe gestern eine solche Mail erhalten – dank meines immer aktuell gehaltenen Mailclients (Mozilla Thunderbird) und meiner stets auf de neuesten Stand gehaltenen Antivirus-Software plus Firewall (welche NICHT Kaspersky heißt!) landete diese natürlich dort, wo sie auch hingehört: Im Spamordner.

    Was an diesen Mails eigentlich jeden stutzig machen sollte, ist die Tatsache, daß hier keinerlei Details zum „Angriff“ genannt werden – warum wohl, es hat ja auch niemals einer stattgefunden! Aber viele Menschen geraten dennoch in Panik und zahlen brav, was verlangt wird… Und mit welchem Ergebnis? Sie bekommen danach nur noch mehr solcher Erpressermails – denn bei ihnen ist ja ganz easy was zu holen…

    Antwort

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