Sechs unglaubliche Corona-Virus Dreistigkeiten

Die COVID-19-Pandemie hat weltweit bei fast allen Menschen Ängste, schlimmste Befürchtungen über das persönliche Wohlbefinden und in vielen Fällen auch Trauer ausgelöst. Leider sind gerade die unsicheren Zeiten, in denen wir in Panik geraten oder generell haltlos und befangen sind, genau jener ideale Nährboden für Betrüger, Gauner und Kriminelle, die eine weltweite Krise zu ihren Gunsten ausnutzen wollen. Und Geld ist hierbei die allererste Triebfeder.

Da zurzeit alle Gesellschaftsschichten große Schwierigkeiten haben, die immensen Veränderungen, die uns alle betreffen, in den Griff zu bekommen, ist es auf jeden Fall sinnvoll, uns auch den COVID-inspirierten Betrügereien zu widmen. Denn diese können im Grunde uns ebenfalls alle treffen. Wir haben in diesem Artikel einige der schaurigsten Dreistigkeiten beispielhaft zusammengefasst.

Gefälschte E-Mails von offiziellen Behörden

Phishing, also das Versenden von E-Mails, um die finanziellen Details des Empfängers auszuspionieren, ist seit Mitte der 90er Jahre zu einem virulenten Problem geworden. Zwar versuchen die E-Mail-Unternehmen die meisten dieser elektronischen Spionage-Post aus dem Verkehr zu ziehen bevor diese den Adressaten erreichen – allein Google gibt an, dass sie täglich 18 Millionen dieser Postzustellungen stoppen -, aber dennoch finden noch immer viele ihren Weg in unsere Postfächer.

Die Phishing-Angriffe haben seit dem Beginn der COVID-19-Krise vor allem die beträchtlichen finanziellen Probleme einiger Menschen, die unter Umständen ihren Arbeitsplatz verloren haben, ausgenutzt. Eine beträchtliche Anzahl dieser E-Mails tarnen sich als Post von offiziellen Behörden und geben an, Studienzuschüsse oder Steuererleichterungen zu gewähren. Andere versprechen simple Geldzuwendungen beim Kauf lebensnotweniger Gebrauchsgüter. Aber alle haben eines gemeinsam; Der E-Mail Empfänger soll seine Finanzinformationen in das vorbereitete Webformular eingeben, und diese Informationen dann an den Absender zurückschicken. Diese werden dann aber ausschließlich dazu verwendet, um Gelder von Ihrem Konto zu beheben, also schlichtweg zu stehlen.

Sollte wirklich eine offizielle Stelle mit Ihnen Kontakt aufnehmen, weil diese ein wichtiges Thema mit Ihnen besprechen muss, so wird sie dies wahrscheinlich nicht per E-Mail tun: Sie werden einen telefonischen Anruf oder einen herkömmlichen Brief von dieser Organisation bekommen, aber fast nie eine elektronische Post. Und falls Zweifel bei Ihnen aufkommen sollten, ob denn wirklich alles mit rechten Dingen zugeht, so rufen Sie am besten eine offizielle Telefonnummer dieser Behörde an oder überprüfen Sie deren offizielle Webseite, anstatt auf eine E-Mail zu antworten.

Das Aktualisieren der Zahlungsdetails bei Abonnements

Ein weiterer häufiger Phishing-Angriff richtet sich an Kunden unterschiedlicher Medienunternehmen. Die Pandemie hat bekannter Weise zu einem enormen Anstieg der Anzahl bezahlter Abonnements für Streaming Anbieter wie Netflix geführt, da die Menschen viel mehr Zeit zu Hause verbringen. Für viele von der weltweichen Seuche betroffenen Personen, insbesondere ältere Menschen, tragen deren Lieblingssendungen oder –filme dazu bei, die Einsamkeit zu überbrücken und als Verbindung zur Außenwelt zu dienen.

Es ist genau diese Abhängigkeit, die sich die Betrüger zu Nutze machen möchten. Viele Menschen haben in den letzten Monaten E-Mails erhalten, in denen sie aufgefordert wurden, ihre Zahlungsdaten über einen gefälschten Link zu aktualisieren. Dieser Vorgang dient einzig und allein um die betreffenden Kreditkarteninformationen der Benutzer zu bekommen und diese anschließend missbräuchlich zu verwenden. Sie sollten aber auch hellhörige bei zugestellten E-Mails von Glücksspiel- oder Shoppingseiten werden, vor allem dann, wenn diese als Lockmittel kostenlose Spiele oder riesige Einzelhandelsrabatte anbieten.

Wenn Sie diesen Betrügereien einen Riegel vorschieben wollen, so ist der einfachste und sicherste Weg, die betreffende Webseite aufzurufen und dort das eigenhändig angelegte Profil zu überprüfen. Wenn Sie also zum Beispiel ein Netflix-Abonnent sein sollten, so können Sie in Ihrem persönlichen Bereich auf der betreffenden Webseite Ihre Zahlungsdetails leicht finden. Auch bei Glücksspiel-Online-Casino-Seiten sollten die wichtigsten Informationen zur Verwendung von Freispielen oder zur Funktionsweise von Casino-Boni immer in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen enthalten sein, während auf Shopping-Webseiten auch immer die aktuell gültigen Angebote ausgelobt werden.

Falsche Wunder- und Heilmittel gegen den COVID-Virus

Die kriminelle Elemente wissen nur allzu gut, dass sich die Menschheit vor dem Virus schützen will und muss, und haben auf dreiste Weise versucht, vor allem in den Sozialen Medien und auf einschlägigen Webseiten, Werbung für Wunderheilmittel und gefälschte Arzneien gegen den Virus zu verbreiten.

Aber alle Geldüberweisungen, die die gutgläubigen und oft verzweifelten Käufer für Handdesinfektionsmittel, angebliche Heilstoffe, Schutzmasken und sonstige angebliche Medikamente getätigt haben, kamen zwar bei den Betrügern an, die vermeintlichen Käufer erhielten aber in Gegenleistung gar nichts. Die überwiesenen Gelder waren für immer verloren.

Seien Sie auch bei diesen Anzeigen und Werbungen immer kritisch und überprüfen Sie die betreffenden Webseiten auf Rechtschreibfehler, oder auch die Sinnhaftigkeit der URL bzw. der Domain, kontrollieren Sie das Impressum und suchen Sie im Internet nach Referenzen für diese Angebote und Firmen.

Schädliche Apps und Websites

Aber der Betrug findet nicht nur über E-Mails oder gezielte Werbung statt, sondern manchmal werden ganze Applikationen und sogar Webseiten so geschickt umgesetzt, dass diese die zufällig vorbei-surfenden Internet-User gekonnt hinters Licht führen.

Bekannt geworden sind einige Fälle von Android-Apps, die behaupten, die räumliche Verbreitung des Virus genau nachverfolgen zu können. Aber alle, die diese App heruntergeladen hatten, bekamen stattdessen jedoch Ransomware auf ihrem Gerät installiert, die so weit ging, Zahlungen zu verlangen, um das aufgetretene Problem wieder zu beheben. Andere Webseiten behaupteten, Ratschläge, Hilfestellungen und Tipps zum Umgang mit dem Virus zu geben, aber stattdessen leiteten sie die Benutzer auf eine verseuchte Webseite.

Das britische National Cyber Security Centre hat auf seinen Webseiten umfassende Richtlinien veröffentlicht, um die Menschen vor dem Betrug und dem Umgang schädlicher Apps und betrügerischen Webseiten zu warnen. Aber es steht uns noch ein langer Kampf bevor, denn auch die Methoden und die Technologien der Betrüger werden immer ausgefeilter und dreister.

Gefälschte Profile in den Sozialen Medien

Aber die Gefahr von Betrügereien und Übervorteilung lauert auch in den Sozialen-Medien. Gefälschte Konten, die auch als Bots bezeichnet werden, werden in betrügerischer Art und Weise dazu eingerichtet, um Fehlinformationen zu verbreiten und allgemeine Verwirrung zu stiften. Dies passiert zwar auch in „normalen“ Zeiten, aber in Zeiten der Krise umso mehr.

Die COVID-19-Pandemie hat es deutlich gezeigt, dass es zu einer enormen Zunahme von gesteuerten Angriffen gekommen ist, bei denen zumeist gefälschte Profile verwendet werden. Auch hier sollen die Nutzer der Sozialen-Medien dazu gebracht werden, persönliche Daten und finanzielle Details bekannt zu geben. Und in den schamlostesten Fällen nehmen die Betrüger oft auch die Identität von echten Personen an, um Vertrauen bei den potentiellen Opfern zu erschleichen. Zumeist werden die Unwissenden in Gespräche verwickelt, in denen ihnen falsche Geschäftsversprechen offeriert werden oder mit abenteuerlichen Geschichten das Mitleid der Zielperson zu erlangen.

Wie bei den oben bereits erwähnten gefälschten Webseiten gibt es auch in diesem Fall unterschiedliche Möglichkeiten, sich nach diesen Profilen im Detail zu erkundigen um sich sicher in den Sozialen Medien bewegen zu können. Auf diese Weise tragen auch Sie zur Bekämpfung der Online-Kriminalität bei.

Falsche Investitionsversprechen

Der rasante Anstieg der Kryptowährungen in den letzten Jahren war bemerkenswert und hat viele von uns dazu verleitet, sich an dem Bitcoin-Hype zu beteiligen. Viele haben sich dazu verleiten lassen die digitalen Währungen als Investitionsmöglichkeit  zu betrachten.

Aber überall dort, wo sich Chancen auftun, besteht jedoch auch immer ein gewisses Restrisiko. Einige Kriminelle hat es in diesen Bereich verschlagen und ermutigen immer wieder die unterschiedlichsten Personen, während eines Finanzabschwungs in ein neues „Projekt“ zu investieren. Natürlich wäre genau jetzt der allerbeste Zeitpunkt um sich finanziell zu engagieren, obwohl viele Experten die Meinung vertreten, dass diese digitalen Assets rezessionssicher sind und es absolut keinen Unterschied macht, ob Sie genau jetzt oder erst nach der Rezession investieren werden.

Viele dieser Gauner versuchen dreist die Unwissenden davon zu überzeugen, in gefälschte Kryptowährungen zu investieren. Und ist einmal Geld überwiesen so verschwindet dieses in dunklen Kanälen und das geprellte Opfer hat nichts als einen unnötig verringerten Kontostand.

Trotz alle dieser betrüblichen Nachrichten sollten wir uns auf keinen Fall von Online-Kriminellen davon abhalten lassen, das Internet als wichtiger Quelle bedeutende Dienste und unverzichtbarer Nachrichten anzusehen und dieses auch zu nutzen. Aber es ist unabdingbar, so wie uns die oben genannten Beispiele eindrücklich bewiesen haben, bei allen Online-Tätigkeiten immer wachsam, hinterfragend und kritisch zu sein: Die Überprüfung der Informationsquelle und die Kenntnis der Tricks und Vorgehensweisen der kriminellen Elemente sind nicht nur in Zeiten einer Pandemie von entscheidender Bedeutung. Durch das Befolgen einfacher Richtlinien und hilfreicher Tipps können wir alle dazu beitragen, das Welt-Weite-Netz sicherer zu machen.

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