Charity-Vorschlag ist Vorschussbetrug

Ein geheimnisvoller „Charity-Vorschlag“ per E-Mail klingt ziemlich spannend. Manch einer vermutet dahinter sicher keine bösen Absichten.

Klassischer Vorschussbetrug: Charity-Vorschlag (Screenshot)
Klassischer Vorschussbetrug: Charity-Vorschlag (Screenshot)

Das macht neugierig

Per E-Mail trudelt ein „Charity-Vorschlag“ ein, für den es allerdings keine weiteren Informationen gibt. Wer neugierig genug ist, erfahren zu wollen, was sich dahinter verbergen könnte, soll eine Mail schicken. Hierfür wird eine weitere E-Mail-Adresse mitgesendet.

Sehr clever von den Betrügern, die sich dahinter verstecken, denn im ersten Moment erkennt der Spam-Filter nicht, dass es sich um eine betrügerische E-Mail handelt.

Allerdings handelt es sich dabei um einen klassischen Vorschussbetrug, wie er jeden Tag zu Hauf stattfindet.

Meistens erfinden die Kriminellen allerdings eine sehr rührende Geschichte, die ein gutes Herz erweichen oder die Not der Empfänger ansprechen. In dieser Mail wird auf die natürliche Neugierde gesetzt. Am Ende kommt allerdings dasselbe für Sie raus.

Wenn Sie auf diese Mail antworten, ist davon auszugehen, dass Ihnen die Geschichte eines Schwerkranken erzählt wird, der keine Erben hat und deswegen nun Sie beerben möchte.

So lautet die aktuelle Vorschussbetrug-Mail:

Ich habe einen Charity-Vorschlag für Sie aufgrund meiner Krankheit, bitte kontaktieren Sie meine private E-Mail unten:

xxxxxx@hotmail.com
für weitere Informationen.
Alles Gute.​

So läuft der Vorschussbetrug ab

Unser erste Tipp ist, die Mail direkt in den Spam-Ordner oder Mülleimer zu verfrachten und auf keinen Fall zu antworten, egal, wie spaßig Sie das finden. Mit einer Antwort geben Sie das Signal, dass Ihre E-Mail-Adresse aktiv genutzt wird. Dadurch ist sie für den Weiterverkauf attraktiv und Sie erhalten noch mehr solcher Mails.

Tun Sie es doch, erhalten Sie in der Regel recht schnell eine emotionale Antwort und werden in ein Gespräch verwickelt.

Man möchte Ihnen das große Vermögen vermachen, allerdings wird für den anfallenden Papierkram eine angebliche Gebühren fällig. Das Geld sehen Sie allerdings nicht, weil es zu Problemen kam – woraufhin man Sie erneut zur Kasse bittet. Dies geht so lange weiter, bis Sie Verdacht schöpfen oder die Betrüger ausreichend Geld abgeschöpft haben – in dem Fall sind Sie schon Hunderte oder Tausende Euro los.

Da die Betrüger im Ausland sitzen und meist Überweisungen über anonyme Transferdienste fordern, ist das Geld in den meisten Fällen für immer verloren.

Reingefallen? Das können Sie tun!

  • Sichern Sie alle Beweise mit Screenshots
  • Kontaktieren Sie anschließend Ihr Bankinstitut und schildern Sie den Fall
  • Sollte es zu unerklärlichen Abbuchungen kommen, sollten Sie eine Rückbuchung veranlassen
  • Gehen Sie zur Polizei und stellen Sie eine Strafanzeige wegen Betrugs
  • Leiten Sie die E-Mail außerdem an me@rescam.org weiter. Dabei handelt es sich um eine KI, die von dem neuseeländischen Sicherheitsunternehmen „Netsafe“ entwickelt wurde, um Scamer in die Flucht zu schlagen. Dieser „Service“ ist kostenlos und unverbindlich

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