Streamabi.de: Vorsicht vor Rechnungen!

Wieder einmal sorgt eine Streamingseite für Ärger: Dieses Mal Streamabi.de, die auch bei Nichtregistrierten versucht, knapp 400 Euro einzutreiben. Wer diese Rechnung erhält, sollte skeptisch sein.

Vorsicht: Streamabi.de-Rechnung (Screenshot)
Vorsicht: Streamabi.de-Rechnung (Screenshot)

Haben Sie sich registriert?

Sollten Sie auch hier und da mal auf der Suche nach einem Film sein, kommen Sie zu den unterschiedlichsten Anbietern – vielleicht sogar auch zu Streamabi.de.

Wer auf der Seite einen Account erstellen möchte, wird auf der Anmeldeseite über die Kosten und die kurze Testphase informiert und auch der Button ist rechtskonform – manchmal hat man einfach Pech und überliest solche Hinweise.

Ein ebenso großes Ärgernis ist es allerdings, wenn man eine Rechnung erhält, und sich nicht 100 Prozent sicher ist, sich niemals auf Streamabi.de registriert zu haben. Der Blick auf die Seite hilft einem allerdings nicht, denn dort ist von der Testphase und den Kosten zu lesen – man hat das Gefühl, sich versehentlich registriert zu haben. Und genau darauf pokern die Betrüger, die hinter dieser und ähnlichen Seiten stecken.

Neue Namen, alte Masche

Einige von Ihnen werden diese angebliche „5-Tages-Testphase“ und die Rechnung schon kennen. Schon seit mindestens 2017 gibt es diese Streamigseiten, die immer alle komplett gleich aussehen – nur die Beträge ändern sich und die Impressen. Zu erkennen sind sie außerdem daran, dass sie häufig „flix“, „play“ oder „stream“ im Namen tragen.

Ein paar Beispiele:

  • Kinoplexx.com, Kinozeit.net, Kinoflexx.com, Kinowelt24.com, Cinemaxx24.com, Meinkinowelt.com, dagaflix.de, 24flix.de, Flexkino.com, flixguru.de, Felixkino.com, imaxdome.com, imaxwelt.com, boboflix.com, streamago.de, maraflix.de, flixman.de, flixwolf.de, gigaflix.de, streamnox.com, blueflix.de, lionflix.de, euroflix.de, segastream.de, mexkino.com, kiwiflix.de, aloflix.de, imaxnet.de, HDTime.de, streamgogo.de, bedaflix.de, monoflix.de, choflix.de, justhd.de, ogofilms.de, streamosh.de, tonoflix.de, zazaplay.de, zumaflix.de

Mittlerweile sind die meisten dieser Seiten zwar vom Netz genommen, ebenso viele rücken dafür aber nach. Warnen Sie Ihre Kontakte also bitte unbedingt vor diesen Seiten!

So lautet die angebliche Rechnung:

Ihre 5-Tage-Testphase ist abgelaufen

Sehr geehrte(r) Herr/Frau xxx., Sie haben sich auf unserer Webseite am xx.xx.2018 für eine 5-Tage-Testphase registriert.

Laut unseren Nutzungsbedingungen hatten Sie die Möglichkeit, Ihren Account während der gesamten Testphase aus Ihren Einstellungen zu löschen. Da Sie es nicht getan haben, wurde Ihr Account automatisch mit dem Premium-Status um 1 Jahr verlängert.

Diesbezüglich möchten wir Sie über eine offene Rechnung in Höhe von 358,88€ zzgl. MwSt pro Jahr (12 Monate zu je 32,99€) bei einer Vertragslaufzeit von 1 Jahr benachrichtigen.

Wir fordern Sie deshalb auf, die Ihnen ausgestellte Rechnung innerhalb von den nächsten 3 Arbeitstagen zu begleichen.

Bei Nichtbezahlung innerhalb der Ihnen gewährten Zahlungsfrist sind wir gezwungen, die Informationen über die nicht bezahlte Rechnung an unseren Anwalt bzw. an das Inkassobüro weiterzugeben. Danach erhalten Sie von uns ein offizielles Schreiben an Ihre Adresse.

Ihre Registrierungsdaten:

(…)

Achtung! Falls Sie aber bei der Registrierung falsche Daten angegeben haben, wird von unserem Anwalt eine Anfrage mit Ihren Registrierungsdaten an die zuständige Behörde gesendet, solchen wie die IP-Adresse, Betriebssystem, Browser, Internetanbieter usw. damit Ihre Persönlichkeit sowie Ihre Anschrift identifiziert werden können. In diesem Falle kommen auf Sie ebenso zusätzliche Kosten zu.

Um jegliche Anwalts-, Inkasso- bzw. Gerichtskosten zu vermeiden, möchten wir Ihnen ausdrücklich empfehlen, die Ihnen ausgestellte Rechnung während der dreitägigen Zahlungsfrist zu begleichen.

Einzuzahlender Betrag: 395,88€

Rechnung mit Zahlschein oder Online bezahlen.

Müssen Sie die Rechnung zahlen?

Nein, weil kein rechtsgültiger Vertrag zwischen Ihnen und der ABIADE LTD. geschlossen wurde.

Auch nicht, obwohl dort zu sehen ist, dass es 5 Tage kostenlos getestet werden kann und danach 32,99€ pro Monat (Laufzeit 12 Monate) kostet. Lassen Sie sich davon nicht täuschen.

Sollten Sie dieser Aussage nicht vertrauen, haben Sie die Möglichkeit, sich eine kostenlose Beratung beim Internet Ombudsmannes oder bei der Verbraucherzentrale zu holen.

Wer steckt dahinter?

Die „Firma“, die sich hinter Streamabi.de verbirgt, nennt sich ABIADE LTD. Die Firma gibt es, allerdings nicht in diesem Zusammenhang. Die Betrüger nutzen nicht nur fremde Firmennamen, sondern missbrauchen auch nicht selten Namen von Inkassobüros und Kanzleien, um ihre Pfändungsandrohungen glaubhafter zu machen.

 

3 Gedanken zu „Streamabi.de: Vorsicht vor Rechnungen!

  • 5. Dezember 2019 um 07:53
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    Ich habe schon etliche „Mahnungen“ dieser Art erhalten – und auf keine einzige davon reagiert, selbst dann nicht, wenn mein Spamfilter diese nicht als das erkannt hat, was sie in Wirklichkeit sind: schlicht und einfach digitaler Müll! Negative Folgen hatte dies natürlich nie für mich!

    Kein Inkasso, kein gerichtliches Mahnverfahren, nichts! Denn Letzteres würde die „Mahner“ ja Vorleistung kosten!

    Und überhaupt: wer bei mir etwas anmahnen möchte, soll dies gefälligst per Post tun – und ohne Beweis für die Rechtmäßigkeit einer Forderung läuft bei mir sowieso höchstens die Nase!

    Antwort
    • 6. Dezember 2019 um 17:33
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      Guten Abend ich hab eine Frage haben Sie dort gekündigt. Weil bei mir in der Mail stand ?

      Mit freundlichen Grüßen
      S.s

      Antwort
      • 9. Dezember 2019 um 13:38
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        Ich habe – wie in meinem Post bereits erwähnt – gar nichts unternommen, weil ich ja genau wußte, daß ich mich zu keinem Zeitpunkt auf dieser Streamingseite angemeldet hatte! Die Flut an „Mahnungen“ ebbte dann im Laufe der Zeit langsam ab.

        Zu kündigen ist nicht immer gut, denn dann signalisieren Sie diesen Fragmenten, daß Ihre Mailadresse aktiv ist – dann geht’s erst richtig los! Zudem funktioniert die „Kündigen“-Funktion auf solchen Seiten seltenn bis nie (welch ein Zufall aber auch…). Und außerdem müssen rechtsgültige Mahnungen ohnehin in Papierform und per Post zugestellt werden. Aber solche Mail-Mahnungen sind alleine schon wegen der viel zu kurzen Zahlungsfrist rechtswidrig und damit ungültig. Mahnungen per E-Mail ignoriere ich daher IMMER!

        Antwort

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