Spam: „Happy Birthday“, zum 40.!

Spam gehört zu den ganz großen Ärgernissen unserer heutigen Zeit. Vor 40 Jahren ist die allererste Spam-Mail in Umlauf gekommen und hat seit dem eine beeindruckende Karriere hingelegt.

Erster Spam (Screenshot templetons.com)
Erster Spam (Screenshot templetons.com)

Wer erinnert sich an die erste Spam-Mail?

Mit Sicherheit haben wir den einen oder anderen Leser unter uns, der sich an den Beginn der Spam-Mail erinnert. Für alle, die noch etwas jünger sind, gibt es hier einen kleinen Exkurs.

Der Vater des Spams: Gary Thuerk

Der allererste Spam wurde am 3. Mai 1978 versendet. Absender war ein Mann namens Gary Thuerk, der damals noch als Marketing-Manager bei Digital Equipment arbeitete. Er wollte einen Weg finden, möglichst viele Menschen zu erreichen, um Werbung zu machen. Bei ihm ging es um neue DEC-Computer, die er auf kalifornischen Verkaufspräsentationen vorstellen wollte – und dafür brauchte er Besucher.

Nach heutigen Gesichtspunkten war die E-Mail designtechnisch einfach nur schrecklich – heute wird sich da mehr Mühe gegeben. Der ganze Text wurde in Großbuchstaben verfasst, dafür aber kurz und prägnant:

Wir laden Sie ein, uns zu besuchen und den 2020 zu sehen und etwas über die DEC-System-20-Familie zu hören.

[Daten der damaligen Verkaufspräsentationen]

Dort wird 2020 für Sie zu sehen sein. Außerdem auch Terminals, die online durch das Arpanet mit anderen Decsystem-20-Systemen verbunden sind. Wenn Sie nicht teilnehmen können, wenden Sie sich bitte an die nächstgelegene DEC-Niederlassung, um weitere Informationen über die Decsystem-20-Familie zu erhalten

600 E-Mails hatte Gary Thuerk versendet, um auf sich aufmerksam zu machen. 320 konnte er maximal ins Adressfeld eintippen, die restlichen musste er als Volltext eingeben.

Das hat gefruchtet, denn seine Art der Werbung war neu. Er erreichte ausreichend Menschen, um einige Wochen später zwölf Millionen Dollar reicher zu sein.

Spam war auch 1978 ein Ärgernis

40 Besucher konnte Gary Thuerk durch seine Werbemails catchen. Doch nicht jeder nahm das so gelassen hin. So gab es auch Beschwerden, dass er gegen die Nutzungsbedingungen des Arpanet verstößt.

Dennoch, oder vielleicht auch deswegen, blieb es nur bei dieser einen Werbekampagne. Für viele war „Spam“ auch nicht attraktiv genug, weil zu wenig Menschen „online“ waren und die technischen Möglichkeiten noch nicht so gut waren, wie es heute der Fall ist.

1993 wurde Spam zum Spam

Erst 1993, als das Internet langsam aber sicher auch in Privathaushalten einzog erhielt, wurde es für Spammer auch interessant. Clarence Thomas war der Mann, der am 18. Januar 1994 den Anstoß zum spammen gab, als er in 55 Usenet-Gruppen „Globaler Alarm an alle: Jesus kommt bald! sendete.

Eine Zeitreise

Wer von Ihnen nicht nur die erste Spam-Mail lesen möchte, sondern auch die Reaktionen auf sie, kann das auf templetons.com tun. Klicken Sie dazu bitte auf den Link.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.