GiroPay AG: Achtung, Trojaner-Rechnung im Anhang!

Aktuell gehen wieder einmal Mails der GiroPay AG rum, die einen Anhang mit einer Rechnung mitbringen. Haben Sie etwa vergessen, eine Ihrer Rechnungen zu bezahlen? Jetzt bekommen Sie die „letztmalige Möglichkeit“ diese Angelegenheit aus der Welt zu schaffen. Ob das alles seine Richtigkeit hat? Eins können wir Ihnen jetzt schon verraten: Die echte GiroPay steckt nicht hinter diesen Mails!

GiroPay AG Phishing

GiroPay AG Phishing

Über GiroPay

Die GiroPay gibt es wirklich. Es handelt sich dabei um einen Online-Bezahldienst, der 2005 gegründet wurde. Er arbeitet mit Banken und Sparkassen zusammen, sodass Sie Waren mit Ihrem Online-Banking-Zugangsdaten PIN und TAN bezahlen können. Leider wird der Name ebenso häufig wie der von PayPal missbraucht.

„Letztmalige Möglichkeit“ nicht ernst nehmen

Wir verstehen sehr gut, wenn Sie einen Schreck bekommen, wenn Sie eine Mahnung im Postfach haben. Schließlich will das keiner von uns, weil die daraus resultierenden Konsequenzen nur noch mehr Ärger machen. Doch nicht jeder Rechnung bzw. Mahnung sollten Sie glauben schenken!

Ein gutes Beispiel für Betrug ist die GiroPay AG (oder wie immer sie auch gerade nennt) bzw. die Betrüger, die den Namen des Unternehmens missbrauchen. In regelmäßigen Abständen werden regelrechte Spam-Wellen versendet, die das Ziel haben, dass Sie den Anhang öffnen. Dies passiert immer auf dem folgenden Weg:

  • Verwirren: Sie haben scheinbar eine Rechnung nicht bezahlt
  • Unter Druck setzen: Ihre letztmalige Möglichkeit, noch mehr Kosten, Inkasso, sehr kurzes Zahlungsziel
  • Zur Handlung zwingen: Anhang der E-Mail öffnen, um mehr zu erfahren

Diese Vorgehensweise ist ganz typisch für Betrugsmails dieser Art – und leider haben sie damit immer noch viel zu viel Erfolg! Lassen Sie sich nicht zum Opfer machen und ignorieren Sie diese Mails einfach.

Die Daten dieser Mail:
Betreff: (Ihr Name) Ihre Rechnung zur Bestellung NR300383484
Absender: Rechtsanwalt GiroPay AG
Leitet auf: .zip-Anhang

So lautet die Phishing-Mail

Sehr geehrte(r) VORNAME ZUNAME,

leider haben wir festgestellt, dass die Erinnerung NR. 300383484 bis heute ergebnislos blieb. Heute geben wir Ihnen nun letztmalig die Möglichkeit, den ausbleibenden Betrag der Firma GiroPay AG zu decken.

Aufgrund des bestehenden Zahlungsausstands sind Sie gezwungen dabei, die durch unsere Tätigkeit entstandene Kosten von 40,34 Euro zu tragen. Bei Fragen oder Unklarheiten erwarten wir eine Kontaktaufnahme innerhalb von zwei Werktagen. Um zusätzliche Kosten auszuschließen, bitten wir Sie den fälligen Betrag auf unser Konto zu überweisen. Berücksichtigt wurden alle Zahlungseingänge bis zum 06.03.2017.

Vertragliche Personalien:

VORNAME ZUNAME
ADRESSE
PLZ ORT
TELEFON

Bitte überweisen Sie den aussehenden Betrag unter Angaben der Artikelnummer so rechtzeitig, dass dieser spätestens zum 15.03.2017 auf unserem Bankkonto eingeht. Können wir d bis zum genannten Datum keine Überweisung bestätigen, sind wir gezwungen Ihre Forderung an ein Inkasso zu übergeben. Alle damit verbundenen zusätzliche Kosten werden Sie tragen.

Eine vollständige Kostenaufstellung Nr. 300383484, der Sie alle Positionen entnehmen können, befindet sich im Anhang.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Leon Fischer

Andere Namen für dieselbe „Firma“ und Anwälte:

  • GiroPay24
  • Pay Online24 GmbH
  • Mika von Bora
  • Robin Simon
  • Adrian Münzer
  • Brantner Justus
  • Holbein Leonard
  • David Capito
  • und noch unzählige weitere

Die schädliche Rechnung

Der Anhang, eine .zip-Datei mit Ihrem Namen und einem Datum, ist keine Rechnung, aus der Sie entnehmen könnten, um was es bei dieser Mahnung eigentlich geht. Das ist aber auch nicht das Ziel der Betrüger. Sie sollen soweit verunsichert werden, dass Sie den Anhang anklicken, herunterladen und anschließend öffnen.

Dabei passiert meistens noch nicht. Erst wenn Sie die Datei öffnen, beginnen die Probleme. Die Datei ist in Wahrheit ein Trojaner und keine Rechnungsaufstellung.

Der Trojaner späht nicht nur Ihre Daten aus, sondern installiert mitunter noch mehr Schadsoftware – natürlich ohne, dass Sie es merken. Es ist sogar möglich, dass Sie beim Öffnen der Datei sich eine sogenannte Ransomware herunterladen. Dabei handelt es sich um eine Erpressersoftware, die Ihren Computer vollständig sperrt und Sie zur Zahlung einer Art „Lösegeld“ zwingen will. Ob Ihr Computer dann aber wieder freigegeben wird und ob alle Datein auch heile und nicht verseucht sind, steht in den Sternen. Wahrscheinlich passiert es nicht, dafür sind Sie aber Ihr Geld los.

Eine solche E-Mail sollten Sie am besten einfach löschen und ihr keine weitere Beachtung schenken. Warnen Sie auch Ihre Kontakte vor GiroPay-Virusmails, denn nur so kann den Betrügern das Handwerk gelegt werden.

Unsere Sicherheitstipps – So erkennen Sie Phishing-Mails:

  • Sie haben keine offenen Rechnungen und haben nichts mit GiroPay bezahlt
  • Fehlerhafte Rechtschreibung und Grammatik
  • PayPal hat nichts mit GiroPay zu tun
  • Sie sollen einen unbekannten Anhang herunterladen
  • Möglicherweise falsche persönliche Daten
  • Ihr Antiviren-Programm schlägt Alarm (halten Sie es bitte immer auf dem Laufenden)


Wenn Sie die Datei geöffnet haben:

  • Ändern Sie von einem anderen Gerät all Ihre Passwörter
  • Sichern Sie alle Beweise
  • Starten Sie Ihre Antivirussoftware
  • Engagieren Sie einen PC-Fachmann, der Ihren PC von dem Trojaner säubert
  • Wenden Sie sich an die Polizei, das geht auch online
  • Informieren Sie Ihre Geldinstitute

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2 Responses to “GiroPay AG: Achtung, Trojaner-Rechnung im Anhang!”

  1. Saxstetter sagt:

    Hallo,
    habe auch so eine Rechnung von GiroPayAG erhalten. Leider habe ich den Anhang aufgemacht vor Schreck bei Amazon noch Schulden zu haben, die ich vieleicht vergessen habe. Aber dem ist nicht so habe nichts bestellt.
    Habe natürlich, nachdem ich Ihren Komentar gelesen hatte mein Passwort geändert, und gehe heute gleich früh zur Bank.
    Habe auch nach Anfragen an GiriPayAG keine Antworten bekommen
    Mit freundlichen Gruß


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