Neugierde: Warum Phishing so erfolgreich ist

Der Mensch ist ein neugieriges Lebewesen. Grundsätzlich ist das auch nicht schlecht, denn jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen. Ein Problem wird es nur, wenn man absolut nicht hören will – denn davon profitieren jeden Tag dutzende Betrüger.

Täglich wollen wir Sie vor Phishing bewahren

Die meisten Menschen erkennen Phishing schon daran, dass ihr Spam-Filter vorgearbeitet hat. Im Zweifelsfall gibt es Seiten wie spam-info.de, die täglich über die neuesten Betrugsversuche berichten, sodass heute kaum noch jemand auf so etwas hereinfallen müsste.

Wäre da nicht die liebe Neugierde, die einen dazu verleitet, alle Warnungen abzuschmettern und selbst einmal nachzugucken, was es mit der Fake-eBay– oder mit der Amazon-Phishing-Mail auf sich hat? Vielleicht ist es ja diesmal wirklich so, dass die Daten aktualisiert werden müssen? Hat man vielleicht doch eine Rechnung übersehen?

All das führt dazu, dass Menschen doch auf unbekannte Links klicken oder Anhänge herunterladen und es quasi in der nächsten Minute doch wieder bereuen.

Eine Studie bestätigt die Neugierde

In wie weit der Nutzer immer noch dafür verantwortlich ist, dass Betrüger mit ihren Maschen durchkommen, hat die Universität Erlangen-Nürnberg in einer Studie deutlich gemacht.

Knapp die Hälfte der 1.600 Studienteilnehmer wussten genau, was unsichere Links sind, ließen sich aber dennoch nicht davon abhalten, diese anzuklicken. Sie erhielten eine E-Mail oder eine Facebook-Nachricht, die einen solchen Link enthielt. Die Studie begann im September 2013. Das Ergebnis:

  • 56 Prozent klickten auf den E-Mail-Link
  • 38 Prozent klickten auf den Facebook-Link

Aufgrund dessen, dass 20 Prozent von Ihnen antworteten, dass sie auf den Link geklickt hatten, wurde der Test noch einmal durchgeführt. Diesmal im Januar 2014.

Auch der zweite Test sorgte für Verwunderung

Dieses Mal nahmen 975 E-Mail-Nutzer und 280 Facebook-Nutzer teil. Sie alle bekamen angebliche Fotos einer Silvesterfeier zugeschickt und klickten, auch wenn sie auf keiner Party waren. Man verzichtete auf eine persönliche Anrede – viele von Ihnen werden diese Masche, ebenso wie die Studienteilnehmer, kennen.

Das Ergebnis:

  • 20 Prozent klickten auf den E-Mail-Link
  • 42 Prozent klickten auf denFacebook-Link

Wissen schützt vor Neugierde nicht

Das endgültige Ergebnis der Studie der Universität Erlangen-Nürnberg zeigt auf, dass das Wissen nur selten mit dem Klickverhalten einher geht. Besonders dann, wenn man in guter Laune war, neigte man eher dazu, Sorgen über Bord zu werfen. Doch vor allem Neugierde ist einer der größten Gründe, weswegen auf die Links geklickt wurde, obwohl man es doch besser wusste. Dass dabei auch noch „Otto Normalverbraucher“-Namen genutzt wurden, machte die Sache nicht besser und erweckte Vertrauen, wo man keins schenken sollte.

Fazit

Diese Zahlen schocken zwar, sorgen aber auch für Aufklärung, warum Spam und Phishing so gut funktioniert. Das Fazit der Studie ist, dass so ziemlich jeder Nutzer gefährdet ist, auf solche E-Mails hereinzufallen, wenn denn das Design, der Zeitpunkt und die Geschichte stimmen, die hinter dem Betrug steckt.


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