E-Mail-Erpressung mit angeblichen Videoaufnahmen

Sollten Sie in letuter Zeit das eine oder andere nette „Filmchen“ im Netz geschaut haben, könnten Sie das perfekte Opfer für diese E-Mail-Erpressung sein. Angeblich seien Sie beim Pornokonsum gefilmt worden sein, weswegen die Verbrecher nun drohen, dieses Video zu veröffentlichen. Es sei denn, dass Sie Geld bezahlen.

E-Mail-Erpressung mit angeblichen Videoaufnahmen (Aksa2011/pixabay)

E-Mail-Erpressung mit angeblichen Videoaufnahmen (Aksa2011/pixabay)

Per Video aufgezeichnet und vorgeführt?

Sollten Sie eine Webcam besitzen und diese E-Mail empfangen haben, sollten Sie auf keinen Fall in Panik geraten. Derzeit versuchen Betrüger, ahnungslose Bürger zu erpressen, in dem sie ihnen drohen, pikante Videos zu veröffentlichen.

Mal davon ab, dass die Summe von 10.000 Euro kaum jemand auf der Tasche haben wird, wäre die Zahlung keine Garantie, dass die Erpresser nicht noch mal Geld haben wollen. Allerdings brauchen Sie sich keine Sorgen machen, denn an dieser Mail ist, so scheint es zumindest, kein Funken Wahrheit. Sie sollen einfach abgezockt werden. Und aus Angst fallen viele Empfänger rein, denn niemand möchte solche Videos von sich im Netz finden. Diese Angst ist aber nur dann begründet, wenn Sie eine nicht abgeklebte oder abgestöpselte Kamera am PC/Handy/Laptop haben.

So lautet das Schreiben der Financial Action Task Force:

Guten Tag Max,

es tut mir Leid, aber das Leben gab mir keine andere Wahl.
Ich habe nichts gegen Menschen mit komischen Vorlieben, nur Gott kann dich richten.
Aber so ist das Leben also kommen wir zur Sache:

Zunächst habe ich die Software auf einer Website mit pornographischen Inhalten platziert (Ich denke du hast mich richtig verstanden).
Als du auf ein Video geklickt hast, begann die Software zu arbeiten, die Kamera wurde angeschaltet und die Bildschirmaufnahmen wurden mitgeschnitten. Dann sammelte meine Software all deine Kontakte aus deinen Emails, Messenger, etc…
Schließlich habe ich ein Split Screen Video mit deinen Frontkameraaufnahmen (hübsches Gesicht ;-)) und dem Pornovideo von deinem Bildschirm erstellt, es ist wirklich widerwärtig.
Ich kann dieses Video natürlich mit all deinen Freunden, Bekannten und Verwandten teilen. Das wäre sicher eine große Schande für dich und deine gesamte Familie Mustermann.

Aber dieses Problem können wir sehr leicht aus der Welt schaffen: 299€, meiner Ansicht nach ein sehr humaner Preis für einen Fehler wie diesen.
Ich akzeptiere nur Bitcoins, hier ist meine Walletadresse:

1MG8xjWfukeBgPYW9R7epN6vbjnpjCGb

Du hast genau 48 Stunden Zeit, beginnend mit dem Öffnen dieser Nachricht, um die Transaktion zu vollenden.
Ich werde wissen, wann du diese Nachricht geöffnet hast, denn ich verwende ein spezielles Programm für Unternehmensmails, das mich sofort benachrichtigt, sobald du sie öffnest.
Diese Zeit reicht gerade aus, um alle nötigen Verifizierungen und die Transaktion vorzunehmen, also überlege schnell.
Wenn du nicht weißt wie man Bitcoins kauft und versendet, empfehle ich dir die Exchangeplattform Bitpanda zu nutzen. Du kannst auf Google oder Youtube danach suchen. Keine Sorge, es ist sehr einfach.“

Weiter heißt es:

„Sollte ich mein Trinkgeld nicht rechtzeitig bekommen, werde ich dieses Video mit all deinen Kontakten teilen und auf diversen Pornoseiten verbreiten, ich mache keine Ausnahme.
Zudem würde dann eine nicht mehr ganz so humane Summe in Höhe von 10.000€ fällig, um das Video wieder aus den Fängen des Internets verschwinden zu lassen.
Du könntest die Polizei einschalten, aber sie würden mich nicht einmal innerhalb von 100 Stunden lokalisieren, ich bezweifle dass sie es überhaupt könnten, weil ich mich auf einem anderen Kontinent befinde und gewisse Anonymisierungstools verwende, die meine Lokalisierung unmöglich machen.

Sollte ich meine Bitcoins rechtzeitig erhalten, verspreche ich dir, dass ich das Videomaterial und alle deine Daten unwiderruflich löschen werde und du nie wieder von mir hören wirst.

Du könntest antworten, aber das macht keinen Sinn. Ich habe dir diese Nachricht mit einem anonymisierten Programm für Unternehmensmails gesendet und werde den Posteingang nicht überprüfen, weil ich auch an meine Sicherheit denke.

Ich wünsche noch einen schönen Tag und hoffe, dass du eine gute Entscheidung für dich treffen wirst.

Nicht bezahlen

Bezahlen Sie auf keinen Fall! Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie noch einmal erpresst werden, ist zu hoch. Außerdem sollten Sie Ihren PC checken und Ihre Antivirensoftware immer auf dem aktuellen Stand halten. Wenden Sie sich außerdem an die Polizei.


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One Response to “E-Mail-Erpressung mit angeblichen Videoaufnahmen”

  1. Hallo,

    wir haben ähnlich Mails nach der Untersuchung von Spam-Mails bekommen. Der Zusammenhang ist nachweislich ein Klick auf einen Link in einer Spam-Mail und zwar auch wenn der Rechner auf dem der Link angeklickt wurde keine Webcam oder einen Browser mit dem man Pornos schauen könnte besitzt (wir verwenden dafür temporär erzeugte Linux VMs, die danach sofort wieder gelöscht werden.)

    Daraus ergibt sich:
    * die Absender haben gar nichts außer deiner Mailadresse und dem Zeitpunkt an dem man ihren Link geklickt hat
    * es gibt keine Spyware
    * die Drohung ist ein Bluss

    => nicht zahlen!

    Beste Grüße,
    Christian


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