Hoax: HIV infizierte Spritzen an Tankstellen

Verständlicherweise löst das Thema „HIV“ Angst und Unsicherheit aus, denn niemand möchte sich gerne damit anstecken. Das führt allerdings auch zu Panikmache, die absolut unbegründet ist. Aktuell wird wieder ein alter Hoax aufgegriffen, welcher von Spitzen an den Handpumpen von Zapfsäulen berichtet.

HIV infizierten Spritzen an Tankstellen? (Quelle: Facebook)

HIV infizierten Spritzen an Tankstellen? (Quelle: Facebook)

Wieder ein Hoax, um Angst und Schrecken zu verbreiten

Sicher kennen Sie schon die Märchen von den HIV-Bananen, den Nadeln in Kino- oder Bahnsitzen. Nun sind die Tankstellenzapfsäulen dran. Angeblich, so will es das Bild vermitteln, haben irgendwelche ….. Nadeln an den Handpumpen angebracht, an denen sie sich stecken und infizieren könnten.

Das ist dran

Das Bild an sich ist leider tatsächlich echt. Aufgenommen wurde es in den USA. Jose Medina verletzte sich an dieser Nadel, fuhr aber direkt in ein Krankenhaus und ließ alle nötigen Untersuchungen und Schutzmaßnahmen vornehmen.

Das Bild teilte seine Tochter Jacqueline Medina  im Internet, um andere Menschen zu warnen. Mit der Zeit jedoch wurde das Bild „missbraucht“, um daraus eine HIV-Panikmache zu konstruieren. Sogar ein gefakter Kettenbrief eins angeblichen Polizisten, der von 17 anderen Fällen spricht, wurde verfasst und geteilt.

Jacqueline Medina hat das Bild mittlerweile entfernt und versucht nun, dem Hoax den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dies ist aber leider gar nicht so einfach, weil diese Warnung auf der ganzen Welt herumschwirrt.

Verfallen Sie nicht der Panikmache

Ja, es gab diesen Nadelfall – aber bisher zum Glück nur ein einziges Mal und es liegt keine HIV-Infektion vor.

Hinzu kommt, dass die Nadel an sich wahrscheinlich ohnehin kein HIV übertragen hätte, da es zu einem Austausch von Körperflüssigkeiten kommen muss. Sogar das Berliner Robert Koch-Institut schätzt das Infektionsrisiko nicht besonders hoch ein, wenn man sich an einer mit HIV-kontaminierter Nadel sticht. In Zahlen bedeutet das, dass von 300 solcher Fälle sich nur einer ansteckt.

Außerdem kann, wenn es dazu gekommen sein sollte, die schnelle Vergabe des AIDS-Medikaments „AZT“ dazu führen, dass das Ansteckungsrisiko noch einmal um 40 bis 90 Prozent gesenkt werde. Zwar haben solche Postexpositionsprophylaxemittel heftige Nebenwirkungen, doch das wird im Falle des Falles wohl nicht besonders wichtig sein.

Auch wenn HIV immer noch gefährlich ist, so sollte man nicht in Panik verfallen, sondern Aufklärung an sich und anderen betreiben.


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