Weihnachtshilfskraft-Job lockt in die Falle

Kurz vor Weihnachten suchen Sie noch einen Job, um sich ein paar tolle Geschenke leisten zu können? Seien Sie vorsichtig bei der Jobwahl, denn nicht jeder Weihnachtshilfskraft-Job, welcher seriös aussieht, ist es auch.

Weihnachtshilfskraft-Job lockt in die Falle (Freestylers/pixabay)

Weihnachtshilfskraft-Job lockt in die Falle (Freestylers/pixabay)

Nicht alles ist Gold, was glänzt

Schnell „mal eben“ knapp 1000 Euro in der Vorweihnachtszeit verdienen? Das klingt doch nach keinem schlechten Deal. In der Weihnachtszeit boomt der Handel und es werden händeringend Aushilfskräfte gesucht.

Nicht jedes Angebot ist gut, doch es gibt durchaus solche, die Sie auf keinen Fall annehmen sollten. In diversen österreichischen Tageszeitungen tauchen recht unscheinbare Anzeigen auf, die auf den ersten Blick keine Rückschlüsse auf einen Betrugsversuch zulassen – und genau das ist das gefährliche.

Deswegen möchten Sie sie dringend vor ihnen warnen!

So (oder so ähnlich) lockt der Weihnachtshilfskraft-Job

***** Mitarbeiger gesucht! *****

Wir suchen ab sofort wieder österreichweit engagierte Damen und Herren, die uns in der vorweihnachtlichen Zeit unterstützen und uns behilflich sind im Verkauf von Chrisbaumschmuck und Weihnachtsaccessoires.

Arbeitzeit: 20 Stunden Woche (Freitag/Samstag)
Arbeitsbeginn: 1. bis 23. Dezember 2017
Verdienst: € 950,-/netto

Unsere 350 Verkaufsstände sind in Form von 3×3 Meter großen Holzhütten mit Beleuchtung und Deko fix und fertig für Sie bereits in diversen Shoppingcentern in ganz Österreich aufgestellt.

Für diese Tätigkeit sind keine besonderen Berufserfahrungen notwendig; ein fließendes Deutsch in Wort und Schrift sowie die Volljährigkeit werden jedoch vorausgesetzt.

Haben wir Ihr Interesse geweckt?

Dann senden Sie uns Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen inklusive einer Kopie (Foto) des Reisepasses an Hr. Ivanovic unter jobcenter.austria@outlook.com

Was steckt dahinter?

Sieht doch eigentlich alles ganz seriös aus, oder? Richtig. Deswegen versuchen viele Ihr Glück. In der Antwortmail wird dann klar, worum es geht.

In der darauffolgenden Mail wird Ihnen erklärt, dass es den Job gar nicht gibt, Ihnen aber dafür ein anderes Angebot gemacht werden kann – zu diesem Zeitpunkt haben die Betrüger schon Ihre privaten Daten, da Sie ja Bewerbungsunterlagen mitgeschickt haben.

So lautet die Antwort:

Herzlichen Dank für Ihre Bewerbung

Um es kurz zu machen es gibt keine freie Stelle zu vergeben. Diese Arbeitsstelle hat es auch nie gegeben. Jedoch vielen Dank für Ihre persönlichen Daten und Dokumente.
Diese Dokumente werde ich jetzt im Dark Web Online stellen und somit am Schwarzmarkt an den Höchstbietenden verkaufen.

Mit diesen Dokumenten kann man viel Scheiße bauen, ich sag nur Identitätsdiebstahl!!!
Dank Ihrer Persönlichen Unterlagen und Daten ist das nun ganz leicht machbar. Und dann haben Sie Probleme am Hals mit Inkasso Service, Anwälten, Kredithaien, Polizei usw.

Wenn Sie jetzt der Meinung sind Sie müssen zur Polizei laufen weil die Ihnen helfen kann, FEHLANZEIGE!!!

Die können Ihnen definitiv nicht helfen da ich einen Server im Ausland benutze der nicht logt, das Internet via Wertkarte beziehe und meine Identität welche Sie vermuten zu Wissen von Anfang an Falsch war.“

Weiter heißt es:

Finden werden die mich definitiv nicht!!!

Also bezahlen Sie lieber den von mir genannten Betrag in Höhe von 300 € und folgen meiner Anweisung genauestens, danach werde ich sämtliche Dateien und Dokumente von Ihnen löschen und

Sie hören nie mehr wieder etwas von mir.

Wenn Sie mir das Geld übermittelt habe gebe ich Ihnen wieder Ihre Ruhe zurück!!!

1. Gehen Sie in eine/n Trafik, Tankstelle, Libro, Post, Spar, Merkur, Billa etc.
2. Kaufen Sie für 300 € Amazon Gutscheinkarten.
3. Sie bekommen dann sechs Bons zu à 50.
4. Danach machen Sie ein Bild von den Codes und leiten es mir via Email weiter.
5. Nachdem ich die Bons geprüft habe werde ich es Ihnen mitteilen dass Sie die Amazon Karten wegwerfen können.
6. Von diesem Moment an sind Ihre Dokumente gelöscht und Sie haben wieder Ihre Ruhe.

Eines sollten Sie noch Wissen, das ist nichts Persönliches gegen Sie.

Mir geht es nicht darum Ihnen zu Schaden oder das Sie Probleme bekommen, alles was ich will ist nur etwas Geld und fertig.

Falls Sie mir die oben genannten 300€ nicht bis zum 27 November 2017 bezahlt haben ( Montag um 23:59 Uhr ) werde ich Ihre Daten unverzüglich an den Höchstbietenden verkaufen, ich hoffe auf eine Vernünftige und Baldige Lösung von Ihrer Seite.“

Was können Sie tun?

  1. Unterlassen Sie jede weitere Kommunikation – lassen Sie sich auf keine Diskussion ein
  2. Bezahlen Sie kein Geld
  3. Wenden Sie sich an Ihre Polizeidienststelle und erstatten Sie Strafanzeige
  4. Wenden Sie sich an Ihre Geldinstitute bzw. checken Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge, um eventuelle Abbuchungen zu stornieren
  5. Geben Sie bei Kreditauskunfteien eine Betrugswarnung aus
  6. Checken Sie Google und suchen Sie nach Ihrem Namen
  7. Gibt es Einträge über Sie, wenden Sie sich an den Websitenbetreiber und fordern Sie ihn auf, Ihre Daten zu löschen
  8. Lassen Sie Ihren alten Reisepass für ungültig erkläre
  9. Beantragen Sie einen neuen Reisepass

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